Als Verein erfolgreich sein - Was Ernst Holzmann dazu rät
Im letzten Beitrag haben wir über die Lebenssituation der Spieler gesprochen und was Spieler wirklich wollen, speziell (aber nicht nur) Kinder und Jugendliche.
Daraus die Zusammenfassung:
Ganz besonders im Fußball-Sport werden Eigenschaften vermittelt, die auch im „normalen“ Leben gefordert werden, aber bei weitem nicht mehr selbstverständlich sind:
• Gruppenverhalten (Einordnen, Führen durch positives Vorbild, Helfen,…)
• Respekt (gegenüber Mit- und Gegenspieler, Schiedsrichter, Trainer,…)
• Disziplin (Pünktlichkeit, Ordnung, Anerkennung von Regeln, …)
• Willensschulung (Wegstecken von Niederlagen, Nicht aufgeben, Lernen wollen,…)
• Flexibilität (Übernahme neuer Aufgaben,…)
Der Verein selber wird deswegen immer mehr zu einer sozialen Institution, ohne darauf vorbereitet zu sein (Struktur, Organisation, finanzielle Mittel,…). Gleichzeitig wächst bei Spielern, Mitgliedern und Fans das Anspruchsdenken, ohne sich selber engagieren zu wollen.
Konsequenzen für einen Verein und entsprechende Ausrichtung
In dieser Situation (immer höhere Ansprüche der Spieler, hoher Bedarf an ausgebildeten Trainern , finanzielle Engpässe,…) gefangen, kann es gerade für Amateur-Vereine nur einen Weg geben, nämlich
• Anstreben von sportlichem Erfolg, aber nicht um jeden Preis.
• Investitionen in die Jugendarbeit mit qualifizierten Betreuern und Trainern (statt Bezahlung von teuren „Legionären“, die von Verein zu Verein ziehen).
• Kein zu hoher Leistungsdruck gerade im Kinder-/Jugendbereich.
• Verbesserung der Infrastruktur (Sportstätten, Vereinsheim, etc.)
Als Verein erfolgreich sein - Die Bausteine für sportlichen und finanziellen Erfolg
Wie schon beschrieben, wollen Spieler – egal welchen Alters und egal in welcher Spielklasse – gefordert, gefördert und respektvoll behandelt werden, und suchen gleichzeitig Erfolgserlebnisse und Spaß mit Gleichgesinnten.
Wie sollten Vereine darauf reagieren, wie bringt man die beiden gegensätzlichen Anforderungen der Spieler (Erfolg und Spaß) unter einen Hut, und wie kann man als Verein - sportlich und finanziell - nachhaltig erfolgreich sein?
Nur das Anbieten von „Spaß-Veranstaltungen“ alleine reicht nicht aus. Sowohl bei Über- als auch Unterforderung der Spieler sinkt ihre entsprechende Motivation und die Vereinstreue lässt nach.
Suchen Vereine aber den sportlichen Erfolg „ohne Rücksicht auf Verluste“, kann dies meistens nur über viel Geld und hohen Leistungsdruck erreicht werden. Die Konsequenzen daraus sind:
• Der Verein muss ständig viel Geld bereitstellen um für „Legionäre“ attraktiv zu sein und um über einen breiten Spielerkader) den Konkurrenzdruck hoch zu halten.Bei „Versiegen der Geldquellen“ und/oder fehlendem Erfolg sind Spieler schneller weg, als sie gekommen sind.
• Eigene Nachwuchsspieler werden vergrault, weil „bezahlte“ ihren Platz besetzen.
• Bei Misserfolg droht oft der Absturz ins Bodenlose: Gelder von Sponsoren und Zuschauern fehlen, „bezahlte“ Spieler verlassen den Verein, nur noch wenige eigene, loyale und leistungsfähige/-willige Spieler verbleiben.
Es gibt aber Alternativen zu einem kurzfristigen (und hauptsächlich über Geld gesteuerten) Erfolgsdenken, die in meinem entsprechenden Ratgeberfür Verantwortliche (Vorstand, Abteilungs- und Jugendleiter,...) ind den Vereinen enthalten sind.
Das sollten sich viele Vereine zu Herzen nehmen!